Mitarbeitsunabhängige Behandlungsmethoden

Neben den bekannten herausnehmbaren kieferorthopädischen Apparaturen kommen in der modernen kieferorthopädischen Praxis immer häufiger mitarbeitsunabhängige Behandlungsmethoden zum Einsatz. Aufgrund der steigenden Verpflichtungen der Kinder- und Jugendlichen in Schule und Freizeit kann häufig eine tägliche Tragezeit der Apparaturen von 14–16 h kaum noch realisiert werden.

 

Notwendige Behandlungsziele wie Lückenöffnung bei Platzmangel oder Bisslageumstellungen bei Fehlbissen werden dann gegebenenfalls nur unzureichend umgesetzt.

 

Moderne mitarbeitsunabhängige Behandlungsgeräte bieten die Möglichkeit, die Behandlungsziele auch bei unzureichender Mitarbeit seitens des Patienten verlässlich und meist deutlich schneller zu erreichen. Dadurch können Extraktionen bleibender Zähne vermieden werden oder die Gesamtbehandlungsdauer erheblich verkürzt werden.

 

 

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige dieser modernen Apparaturen vorstellen:

 

Distalisationsapparaturen

Ein ausgeprägter Engstand im Oberkiefer, häufig im Bereich der Eckzähne, kann mit ausschließlich herausnehmbaren Apparaturen oft nicht vollständig korrigiert werden. In schweren Fällen bleibt hier nur die Reduktion der Zahnzahl durch Extraktion gesunder, bleibender Zähne.

 

Durch festsitzende Behandlungsgeräte wie dem Distaljet oder Distalslider werden die seitlichen Zähne nach hinten verschoben so dass der Platz für die Einordnung der Eckzähne geschaffen werden kann.

 

 

Herbsthybride

Die häufigste Kieferfehlstellung in der Kieferorthopädie ist eine starke Rücklage des Unterkiefers. Diese führt zu einem disharmonischen Gesichtsprofil, fehlerhafter Seitenverzahnung und einer damit verbundenen erschwerten oder fehlenden Kau-und Abbeißfunktion und damit langfristig häufig zu Kiefergelenksbeschwerden.

Bei jugendlichen Patienten kann eine Bisslagekorrektur bis zum Erreichen des Wachstumsgipfels (ca. mit 14-15 Jahren) durch herausnehmbare Apparaturen korrigiert werden. Ist nur noch wenig Restwachstum des Kiefers vorhanden, kann eine Bisslagekorrektur nur noch durch festsitzende, dauerhaft einwirkende Apparaturen wie z.B. dem Herbsthybrid (alternativ chirurgische Therapie) erreicht werden. Zwei ineinander greifende Metallstäbchen, die fest mit der nicht herausnehmbaren Spange verschraubt werden, führen zu einer dauerhaften Korrektur der Lagebeziehung der Kiefer. Da die Stäbchen von der Wange bedeckt werden sind diese weitestgehend unsichtbar.

 

 

Gaumennahterweiterungsapparaturen

Bei sehr schmaler Oberkieferbasis ist häufig das Verhältnis der Kieferbreiten zueinander gestört. Dies äußert sich häufig in ein- oder beidseitigen Kreuzbissen, gestörter Nasenatmung und häufigen Infekten, sowie Störungen der Sprache und des Schluckaktes durch Fehllage der Zunge.

 

Mit der Gaumennahterweiterungsapparatur (GNE) ist es durch die besondere Anatomie des Oberkiefers möglich, innerhalb weniger Wochen, diesen Teil des Kiefers derart zu weiten, bis er zum Unterkiefer passt. Voraussetzung hierfür ist eine noch unvollständige Verknöcherung des Oberkiefers (max . bis zum 20. Lebensjahr). Danach ist eine Anpassung des Oberkiefers nur noch durch eine chirurgische Unterstützung möglich.

 

Die Apparatur ist fest mit den Seitenzähnen im Oberkiefer verklebt und durch eine im Gaumengewölbe liegenden Schraube mit den Zähnen verbunden. Zwei Mal pro Tag wird die Apparatur mit einem speziellen Drehschlüssel verstellt, so dass innerhalb weniger Tage und Wochen die gewünschte Weitung erreicht wird. Positiver Nebeneffekt ist neben dem Weitengewinn auch die verbesserte Nasenatmung, da der Gaumen gleichzeitig den Nasenboden bildet und dadurch eine bessere Belüftung der Nase begünstigt.

 

 

Skelettale Verankerungselemente

In der modernen Kieferorthopädie kommen heute verstärkt Mikroschrauben zum Einsatz, die an unterschiedlichen Lokalisationen zeitweise in den Kieferknochen eingebracht werden können. Sie unterstützen den natürlichen Zahnbestand bei der Öffnung bzw. Schließung isolierter Lücken und verhindern dadurch häufig unerwünschte Nebenbewegungen der übrigen Zähne.

 

Zum Beispiel sind sie bei der Aufrichtung gekippter Zähne im Seitenzahnbereich oder zur Lückenoptimierung vor Implantatversorgung häufig in Kombination mit nur auf eine Kieferhälfte beschränkten festsitzende Spange im Einsatz. Hierdurch werden die Kosten der Behandlung minimiert und die Behandlungszeit deutlich verkürzt.

 

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